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Kopenhagen entwickelte eine Fahrradkultur

In Kopenhagen wurde das Fahrrad immer beliebter, besonders in den 1920’er und 1930’er Jahren. Auf den Strassen von Kopenhagen sah man Bürger aus allen gesellschaftlichen Klassen neben einander radeln.  Die Mutter aus der Mittelklasse fuhr mit dem Rad nach Hause vom Einkaufen, der wohlhabende Bankdirekter fuhr mit dem Rad zur Arbeit, und der junge Handwerker transportierte sein Hab und Gut auf dem Fahrrad.

Die dänische Fahrradkultur ist so alt wie das Fahrrad selbst. Kopenhagener fahren schon seit den 1880’er Jahren mit dem Fahrrad zur Arbeit. Damals war Rad fahren die schnellste, einfachste und umweltfreundlichste Methode, um in der Stadt herumzukommen – und so ist es immer noch. Stahlross, Fahrrad. Die Namen und das Rad haben sich in den letzten Jahrhunderten verändert.  Das Fahrrad wurde 1871 von dem britischen Ingenieur James Starley entwickelt.  Dieses Fahrrad hatte ein grosses Vorderrad, das dafür sorgen sollte, dass das Fahrrad mit jedem Tretvorgang eine längere Strecke fuhr. Aber dieses Fahrrad war leider gefährlich und unpraktisch.

Einige Jahre später entwickelte Starley 1885 das „Baton bike“, das Rad, das wir heute kennen: leicht, sicher und schnell.

Nach dem Zweiten Weltkrieg gab es viele Veränderungen. In den 1950’er Jahren wurden neue Maschinen entwickelt, und das Fahrrad blieb im Fahrradständer.  Die Kopenhagener tauschten ihre Fahrräder durch Mopeds oder Autos aus, und als die Städteplaner in den 60’er Jahren ihre Vorausschau machten, kamen dort nicht viele Radfahrer vor.  Stattdessen sahen sie Benzinkaskaden, breite Autobahnen und hohe Wolkenkratzer. 

Die Öl Krise in den 1970’er Jahren machte diesem Traum ein Ende.  Die Stadt Kopenhagen führte autofreie Sonntage ein, und gleichzeitig gab es Demonstrationen für ein „autofreies Kopenhagen“. Viele Kopenhagener entschieden sich für das Fahrrad, nicht das Auto.

Zukunft der Bike-City

Kopenhagen bekam 1910 seinen ersten Radweg, aber die meisten Strecken von diesem wichtigen Netz an Radwegen sind in den jüngsten 25 Jahren angelegt worden.  Heute fahren 50% aller Kopenhagener täglich mit dem Fahrrad zur Arbeit. Die meisten von ihnen das ganze Jahr über – auch bei Regen oder Schnee.  Wussten Sie, dass es in Kopenhagen 40 000 mehr Fahrräder als Einwohner gibt?  Auf 400 km Radwegen kommen die Radfahrer bequem in der Stadt herum. Auch in den Stosszeiten sausen die Radler durch die Stadt – während Autofahrer im Stau festsitzen, fahren die Radler an ihnen vorbei.

Die zukünftige Bike-City

Zurzeit legt die Stadt grüne Strecken durch Kopenhagen an, um den Radlern eine sichere und grüne Strecke zu ermöglichen und gleichzeitig damit grüne Oasen in der Stadtlandschaft zu schaffen.

Bald sind Fahrradrouten, die aus der Stadt herausführen, Wirklichkeit geworden.  Wenn Ende 2011  die ersten „Fahrrad-Superstrassen“ -aus der Stadt in die Vorstädte-  eingeweiht werden, wird man auf ihnen bis zu 15 km vom Stadtzentrum herausfahren können.

Die Stadt Kopenhagen arbeitet zurzeit nicht nur an ihrer Infrastruktur.  Im Augenblick schickt die Gemeinde Kopenhagen 50 „Karma-Polizisten und Polizistinnen“ zu den Radwegen, um sicher zu gehen, dass die gute dänische Fahrradkultur  und positive „Fahrrad-Karma“ weiterhin besteht. Zwei Wochen lang werden sie Karma-Kuchen an Radler verteilen, die gutes Benehmen an den Tag legen und ihren Mitradlern eine positive Fahrrad-Karma vermitteln.